Synchronisation
Performance

STÜCKINFORMATION


Ein Versuch, aus Bildern Musik zu machen

Performance:
Cindy Reimann, Juliane Schlereth

Regie: Marko Grunz

Stücklänge:
30 Minuten

Bisherige Aufführungen 2011 - 2012:
Kurztheaterspektakel in den Höhlen der Binderburg Jena
share - Offene Performance Plattform Leipzig

 

Nächste Aufführungen:

Weitere Aufführungen in Planung

 


"Synchronisation" greift ein Detail aus unserer vorhergehenden Arbeit auf: Im Stück "Evolution" lösen kurze, ähnliche Bewegungen zwischen den Schauspielerinnen eine besondere Lust an der Wahrnehmung dieser gemeinsamen Momente aus.
Dieses Phänomen synchronisierter Aktionen lässt sich nun in anknüpfende, wissenschaftliche Bereiche verfolgen: zum einen regen synchrone Neuronenfeuerungen weitere Teile des Neuronennetzwerkes an und setzen somit größere Gehirnaktivitäten in Gang. Zum andern finden wir Synchronität im Zusammenspiel innerhalb einer Melodie erzeugt durch verschiedenste Musikinstrumente, so dass der Schluss nahe liegt, Musik funktioniere wie ein Neuronennetzwerk im Gehirn: individuelle Schwingungen und synchrones Zusammenwirken stehen in bestimmten Verhältnissen und bilden ganz bestimmte rhythmische Muster aus. Die Performance "Synchronisation" versucht nun diese drei Vorkommen eines Phänomens zu vereinen; sie verabschiedet sich dabei von narrativen Dramaturgien und untersucht stattdessen allein den Vollzug und die Wirkungsweise synchroner Abläufe.

Die aufgeführten Elemente der Performance regen den Zuschauer an, sich auf die Wahrnehmung synchroner Momente zu konzentrieren. Im Verlauf des Stückes werden davon unterschiedliche Angebote gesetzt, deren Reichweite von kleinsten gemeinsamen Nennern, über ausbrechende Einzelaktionen bis hin zu einstimmigen Momenten zweier Körper gespannt ist. Geschwindigkeit, Intensität und Dauer der Bewegungen, sowie die Menge der in der Bewegung übereinstimmenden Körperteile dienen als Gestaltungsmittel. Diese rhythmischen Variationen angereizter Wahrnehmungsmuster setzen eine Begierde nach Synchronisation in Gang, deren Erfüllung sich im Chor der Spiegel überflutet; wenn auch künstlich erzeugt, potenziert sich der Grad synchroner Aktivität, um anschließend in minimalen Bewegungen die Konzentration des Zuschauers noch einmal zu fokussieren.

Gegenwärtig ist "Synchronisation" noch ein Fragment einer größer geplanten Komposition. Die Zwischenergebnisse der bisherigen Forschungen untermauern jedoch die Behauptung, aus unterschiedlich synchronisierten Körperbewegungen und den daraus entstehenden choreografischen Bildmustern eine Art Musik erzeugen zu können.

 

 

BILDERGALERIE

 

 

 

Aufführung zum "Kurztheaterspektakel #4" am 6. November 2011 in Jena

Fotografie: Andre Helbig - >> ArtH Fotokiste